Google bietet im Knowledge Graph ab sofort umfangreiche medizinische Informationen zu 400 Krankheitsbildern und beantwortet damit ein weiteres Thema umfangreich. Seit der Ankündigung vor einigen Tagen haben wir die Entwicklungen beobachtet – bis es nun zum Launch kam. Vorerst wird diese Neuerung nur für englischsprachige Suchen in den USA zur Verfügung stehen; weitere Sprachen und Länder werden folgen.

Bis dato hat der besorgte User mit laufender Nase bei einer Googlesuche zu „Erkältung“ [common cold] weiterführende Informationen wohl meist aus verschiedenen organischen Ergebnissen erhalten. Jetzt findet er sämtliche Fakten übersichtlich am rechten Bildschirmrand.

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Schon auf den ersten Blick wird deutlich: Google hat sich richtig Mühe gemacht. In drei Kategorien erhält der User Auskünfte über Krankheitsbild, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Neben einer Einschätzung zur allgemeinen Verbreitung der jeweiligen Krankheit finden sich auch eine Grafik zur Häufigkeitsverteilung über die verschiedenen Altersklassen, Übertragungswege, Dauer und mehr.

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Seine Daten erhält Google dafür laut eigener Aussage von ausgewählten medizinischen Fachwebseiten und lässt sich diese anschließend von einem elfköpfigen Ärzteteam dreier Partnerfirmen verifizieren. „Und das ist nur ein Anfang“, so Google’s Vize-Präsident Amit Singhal im Interview mit der USA TODAY. Die umfangreiche Bebilderung hat Google sich extra von sieben Illustratoren anfertigen lassen. Bisher gibt es nicht für alle Krankheitsbilder eine Visualisierung. Ob das im Falle von Leiden wie Syphilis oder Fußpilz allerdings überhaupt geplant bzw. gewünscht ist, ist fraglich.

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Google’s Strategie, die Anfragen seiner Nutzer komplett zu beantworten und individuelle Bedürfnisse abzudecken, kommt hier voll zum Tragen. Dass die Suchmaschine auch im Bereich verschiedenster Krankheitsbilder Entitäten exakt erkennt, wird am Beispiel [diabetes] deutlich. Der Oberbegriff stellt eine Auswahl spezifischer Diabetestypen, die zu passgenauen Ergebnissen führen. Ganz klar, Google macht mit diesem Service andere Informationsquellen entbehrlich – weisst aber darauf hin, dass ein Arztbesuch dadurch natürlich nicht ersetzt werden kann.

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Für Google selbst ist der medizinische Knowledge Graph eine besondere Premiere, denn erstmalig präsentiert die Suchmaschine eigene „redaktionell erstellte“ Inhalte und Illustrationen. Damit im „Krankheitsmarkt“ zu beginnen ist zugegeben ziemlich clever, schliesslich zeigt Google sich mit dieser Lösung als sympathischer Helfer in der Not. Die Suchinteressen und das Klickverhalten seiner Nutzer in allen Belangen zu kennen, hat natürlich außerdem viele Vorteile…

Der medizinische Knowledge Graph besetzt den Screen Estate in den SERPs extrem prominent – und in der mobilen Ansicht zeigt sich das Ganze noch eine Nummer ausgeprägter. Neben ein, zwei Anzeigen wird hier der komplette Bildschirm durch die medizinischen Informationen eingenommen. In der Google-Präsentation zur Vorstellung des Features promotet der Konzern im Zuge seiner seine Mobile First Strategie zudem gleichzeitig seine Sprachsuche.

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Denkt man an Google’s Instant Answer Lists waren diese mitunter ein erster Test für das neue Feature und so erfolgreich, dass sich Google deshalb für die Erweiterung im Knowledge Graph und den Launch des umfangreichen Angebots entschieden hat.

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Google besetzt damit zukünftig auch den medizinischen Selbsterkennungsbereich. Eine Maßnahme, die in Anbetracht der steigenden Suchanfragen zu Eigendiagnosen nachvollziehbar ist. Ob sich Arztpraxen wohl bald über einen Ansturm bestens informierter Internethypochonder „freuen“ können?

Insgesamt ist der medizinische Knowledge Graph noch nicht vollständig ausgerollt, merklich ist aber, dass Google dabei ist, weitere Informationen auszuspielen. Wann das Feature auch in Deutschland ankommt ist noch nicht bekannt.

Was meint ihr: Welche Bereiche könnten sich für dieses Format noch eignen?

 

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12. Februar 2015 | von SEOlytics | Keine Kommentare

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